Notizbuch à la Junk Journal

Blogger, Schriftsteller, Journalisten, Lehrer und Schüler haben eine Gemeinsamkeit: Sie machen sich Notizen. Viele schreiben sich ihre Gedanken handschriftlich auf. Trotz der Möglichkeit, sich elektronisch zu organisieren.

Überall Notizen

Ich gehöre zu denjenigen, die gerne handschriftliche Notizen macht. Aus unterschiedlichen Gründen. Manchmal habe ich beim handschriftlichen Schreiben bessere Ideen. Ja, wirklich. Ich lasse mich nicht durch irgendwelche unnötigen Funktionen ablenken. Gelegentlich während der Betreuung der täglichen Hausaufgaben. Oder wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. Einen Computer lässt sich nicht ohne weiteres transportieren. Einen Laptop besitze ich nicht. Die Ideen kommen und gehen aber, wann sie wollen.

Entsprechend habe ich einige Seiten Papier, die sich lose stapeln. Zu verschiedenen Projekten, zu verschiedenen Ideen und Beiträgen. Manchmal kommt eine ganze Menge zusammen. Von einigen Notizen über Zeitungsberichte bis hin zu Rohfassungen von Texten und Beiträgen. Manche Notizen werden schnell wieder entsorgt. Andere werden noch einige Zeit benötigt. Manchmal einfach nur aufgehoben, um es später in den Müll zu tun. Einfach so.

Auch dieser Beitrag hat sich aus vielen handschriftlichen Notizen und einer sehr groben Rohfassung zusammengesetzt. Bevor ich alles am Computer übernommen und überarbeitet habe. Die vielen Notizen und die Frage, wie ich diese für mich sinnvoll organisiere lieferten die eigentliche Idee.

Wer sucht, der findet

In jeder Schreibwarenabteilung sind Notizbücher erhältlich. Kleine, große, kariert, liniert, blanko – in jeder Preisspanne. Für einige unter uns sicherlich hilfreich und praktisch. Bei mir sehen die Bücher schnell wie ein gerupftes Huhn aus. Da eine Seite ausgerissen, dort eingefügt. Und die Seiten von Spiralblöcken stapeln sich auch immer überall. Genauso schnell habe ich aufgehört, Geld für etwas auszugeben, wovon ich nicht profitiere. Jedenfalls nicht zufriedenstellend. Ich möchte die Notizen frei zusammenstellen können. Reihenfolgen verändern. Mich auch von Notizen trennen können. Ohne im Chaos zu enden.

Langes Suchen nach den richtigen Notizen soll vermieden werden. Alternativen müssen her. Ohne Geld für unpraktische Notizbücher ausgeben zu müssen. Idealerweise noch recycelt. Mehr durch Zufall – nachdem ich eigentlich etwas anderes gesucht hatte – bin ich auf den Trend Junk Journal aufmerksam geworden. In den nordamerikanischen Staaten hält sich der Trend bereits seit einigen Jahrzehnten. Hier in Deutschland ist es dagegen kaum verbreitet. Meistens sind nur die Abwandlungen bekannt. Sogenannte Scrapbücher sind überall erhältlich. Als Reisetagebuch oder für Bullet-Listen in Gebrauch.

Ein Notizbuch à la Junk Journal – Anleitung

Ein Junk Journal lässt sich leicht mit Recycling verbinden. Das amerikanische Wort Junk heißt so viel wie Ramsch, Restmüll. Aus alten Büchern, Zeitungen, Postkarten, Verpackungsmaterial und anderen Dingen lässt sich etwas Neues, individuelles erstellen. Eine Möglichkeit ist es mit Bildern und Collagen zu befüllen. Das wäre das Art Junk Journal. Ich beziehe mich aber mehr auf die andere Variante. Durch die leeren Seiten lässt es sich als Tagebuch, Telefonbuch oder als Notizbuch verwenden. Das schöne ist, dass jedes Stück Papier öfters verwendet werden kann. Bis auf den kleinesten Rest.

Das benötigte Material für ein Junkjournal ist übersichtlich. Normalerweise befindet sich schon alles zu Hause. Unbewusst in Schubladen, Kisten oder Regalen.

Benötigt wird ein Buch mit Hardcover. Am besten eines, welches nicht mehr gerne gelesen wird. Wer keines besitzt, kann im Freundeskreis nachfragen. Manche Büchereien verschenken mal aussortierte Bücher oder verlangen lediglich einen geringen Unkostenbeitrag von maximal 50 Cent. Es mag sein, dass sich vielleicht noch ein Leser dafür interessieren würde. Viele landen aber nur noch in der Tonne.

Das Format des Buches ist davon abhängig, ob Notizzettel in der ursprünglichen Größe DIN A 4, 5 oder 6 sind. Für mich hat das optimale Format eine Größe von etwa 14 cm x 23 cm. Dort können Seiten in DIN A4 – Größe eingefügt werden. Die Dicke bleibt jedem selbst überlassen. Dabei gilt je dicker der Buchrücken, desto mehr Sektionen passen hinein.

Die Innenseite des Hardcovers ist mit Stoff beklebt.

Schritt 1
Nach der Entfernung des Buchcovers, müssen die gebundenen Innenseiten vom Hardcover getrennt werden. Am besten eignet sich ein Bastelmesser oder Teppichmesser. Doch Vorsicht: Manche Buchseiten sind mit dem Buchrücken verleimt.

Schritt 2
Um die Notizzettel frei wählbar befestigen zu können bietet sich das einfache Buchbinden an. An dieser Stelle sollte man sich bewusst sein, ob das Notizbuch Sektionen beinhalten soll. Wenn ja, wie viele. Ich habe für mein Notizbuch 4 Sektionen gewählt. Entsprechend musste ich die Paketschnur 4x um den Buchrücken wickeln. Nicht zu stramm, da sich die Seiten sonst nicht einschieben lassen. Auch nicht zu locker, um keine Seiten zu verlieren. Die Enden der Paketschnur werden auf der Außenseite des Buches verknotet. Wer mag kann die Schnur und den Knoten verzieren. Knöpfe, Perlen, Anhänger, und keine Ahnung was es sonst noch gibt – alles ist erlaubt.

Schritt 3
Die Sektionen habe ich mit Karton eingeteilt. Es bietet sich neben Bastelkarton auch Verpackungen von Cerealien, Schuhschachteln und anderes an. Meistens habe ich immer etwas hier und schneide es auf mein Format zurecht. Um die Trenner stabiler zu machen, schlage ich es noch gerne in Zeitungspapier ein. Die Ränder der Sektionseinteilungen habe ich mit farbigen Isolierband beklebt. So fransen die Ränder nicht zu schnell aus. Zusätzlicher Vorteil: Durch die unterschiedlichen Farben lassen sich die Sektionen leichter unterschieden und es lässt sich besser thematisch sortieren. Die Seiten der Sektionseinteiler lassen sich noch individuell gestalten. Der Sektionstrenner wird in der Hälfte gefaltet und auf der Innenseite des Junk Journals an der Paketschnur eingehängt. So wird mit jeder Sektionseinheit verfahren. Nur noch alle nach und nach mit Notizen oder leeren Blättern befüllen. Es lassen sich auch Briefumschläge einfügen. In ihnen lassen sich kleinere Notizzetteln und anderes kleineres Zubehör hineinfüllen.

Schritt 4
Je voller das Notizbuch wird, desto schwerer bleibt es geschlossen. Zudem kommt es vor, das kleinere Blätter eingefügt werden. Damit nichts verloren geht, sollte das Buch geschlossen bleiben. Der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt. Ich habe es mit einem Geschenkband gelöst. Das habe ich an der Paketschnur am Buchrücken befestigt und kann es nun jederzeit vorne schließen.

Wenn etwas unklar ist einfach nachfragen. Der eigenen Kreativität werden keine Grenzen gesetzt. Vielleicht ist es eine Idee, die euch hilft, euch selbst zu organisieren. Ich wünsche viel Spaß beim Nachmachen.

Author: Carmen

2 thoughts on “Notizbuch à la Junk Journal

  1. 🙂 Junk Journals sind toll, ich wechsel auch immer zwischen Zetteln und elektronisch, und inzwischen habe ich jede Menge Notizbücher zu Hause – viel zu viel, angenutzt und unbenutzt. Aber es macht Spaß!

    1. Hallo Monika, das schöne ist, dass sie individuell an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche anpassen lassen. Schön ist es dann zu hören, dass auch andere ihre Freude an solchen Büchern haben.

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