Kaffeetaufen und andere Pannen

Es gibt Momente, die haben es richtig in sich. Tage, die man am liebsten aus dem Kalender streichen möchte. Wer kennt sie nicht? Am Morgen steht man noch wie gewohnt auf. Doch dann kommt die eine Situation, die alles auf den Kopf stellt.

Kaffeetaufen – Mehr, als nur kalter Kaffee

Das Wort Kaffeetaufe kannte ich bis diese Woche noch gar nicht. Wirklich. Bis mir genau das passiert ist, was eigentlich nicht passieren hätte dürfen bzw. sollen. Im Eifer des Gefechts ist ein großer Schwupps Kaffee auf die Tastatur des Laptops geschwappt. Grrrrrrrrrrrrrrr. Wenn man – wie ich – zum ersten Mal in dieser Situation ist, ist guter Rat teuer. Und Schnelligkeit sowieso. Also Akku raus und den normalen PC an. Orakel Google weis bestimmt weiter. Bei meiner Recherche zu Sofortmaßnahmen tauchte dann der Begriff Kaffeetaufe auf. Sollte ich in dem Moment lachen oder weinen? Wenn jemand mich gesehen hätte – In meinem Gesicht war mehr als nur Verzweiflung und Verärgerung geschrieben. Am meisten habe ich mich über mich selbst geärgert. Habe ich nicht schon oft genug meinem Minikaktus gepredigt, mit Getränken in Laptop- und Computernähe aufzupassen? Reif für die Insel.

Abbuchen: Erfahrungswerte

Seit zwei Tagen steht der Laptop ohne Akku in meinem Büro auf dem Schreibtisch. In der Hoffnung, dass das Innenleben keine wirklichen Schäden abbekommen hat. Dass es lediglich bei einer „einfachen“ Reinigung bleibt. Der Techniker entscheidet, wie groß mein Erfahrungswert sein wird. Bleibt es bei dem großen Schrecken, oder muss in einen neuen Laptop investiert werden? Letzteres ist ein Erfahrungswert, auf den ich gerade jetzt gerne verzichten würde.

Unter uns

Seien wir doch mal ehrlich: Es gibt diese Tage, die mehr schlecht als recht laufen. Man möchte sich am liebsten ins Bett verkriechen und die Decke über den Kopf ziehen. Ich kenne das zu gut. Wie oft war über meinem Kopf erst eine Rauchwolke und dann … Keine Ahnung – Schlichtweg der Moment, an dem der Wunsch entsteht, den Tag einfach aus dem Kalender zu streichen. Aber sind es nicht genau diese Situationen, an denen wir wachsen? Sind es nicht unsere Erfahrungen, die uns ausmachen? Es ist wie mit der heißen Herdplatte: Man weiß erst dann, dass die Herdplatte heiß und damit schmerzhaft ist, wenn man mit die bloße Hand daraufgelegt hat. Ab diesem Zeitpunkt vermeidet man eine Wiederholung so gut es geht. Mit meiner Kaffeetaufe – irgendwie liebe ich dieses Wort – ist es nichts anderes. Wie oft saß ich schon am Laptop, die Tasse Kaffee daneben … Es war selbstverständlich. Kein Gedanke daran, was eventuell passieren könnte. Man weis es zwar, aber verdrängt es, weil es bisher immer gut gegangen ist. Nur irgendwann kommt zum 1. Mal genau die Situation, die nicht sein soll. Es liegt dann aus uns, was wir daraus machen. Lernen wir daraus und machen das nächste Mal etwas anders, besser oder eben nicht und ärgern uns dann wieder?

Aldous Huxley hat einmal treffend gesagt:

„Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt.“

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