Frag doch Google

Wir sind in dem Zeitalter angekommen, in dem kaum noch ein Lexikon aufgeschlagen wird. Aber nicht, weil wir alles wissen. Wissenslücken gibt es noch zu genüge. Vielleicht sogar noch mehr, als noch vor 20 Jahren.

Google bildet?!

Als mein Minikaktus im Sommer 2015 eingeschult wurde gab es viele Fragen. Gerade in Hinblick auf die Hausaufgaben. Warum, wieso, weshalb waren permanente Satzanfänge. Vieles konnte ich dort noch aus dem Stehgreif beantworten. Gelegentlich kamen aber Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Weil ich es einfach nicht wusste oder schlichtweg vergessen hatte.

Ich gebe zu, dass es bei uns keine Lexika-Reihen existieren. Das ein oder andere sehr allgemeine Lexikon schon, doch es deckt keine Wissenslücken ab. Der Wissensdurst eines Kindes schreckt aber davor nicht ab. Denn das oberste Ziel eines normalen Kindes ist es, eben diese Lücken zu schließen. Was war schon dort meine entsprechende Antwort? Wir müssen googeln. Innerhalb kurzer Zeit, nach unzähligen unbeantworteten Fragen, bürgerte sich bei uns zu Hause ein wesentlicher Satz ein: „Frag Google. Google weis alles.“

Google macht Meinungen

Eigentlich nicht. Google ist weltweit gesehen eine der führendsten Suchmaschinen im world wide web. Der Nutzer gibt in die Suchleiste sein Gesuch ein. Als Dankeschön gibt es ein paar Seiten, die passen könnten. Dahinter verbirgt sich ein komplexer Algorithmus. Zahlreiche kleine virtuelle Helfer durchforsten das Internet nach dem gefragten „Muster“. Die Internetseite, die am besten dem Muster entspricht landet gleich an erster Stelle auf Seite 1. Den Seitenbetreiber freut es, denn darauf wird auch am meisten geklickt. Seien wir mal ehrlich, nur die wenigsten klicken 20 – 50 – 100 Seiten durch. Meistens beschränkt es sich doch auf die ersten 3 Seiten. Zumindest ist es bei mir meistens so. So mancher Schreiberling hat begriffen, dass das Zauberwort für Platz 1 bei Google SEO heißt. Search Engine Optimizing, zu Deutsch Suchmaschinenoptimierung.

Was hat das jetzt mit Google und Meinungsbildung zu tun? Der amtierende US-Präsident kam auf die glorreiche Idee, die Meinung zu vertreten, Google würde Manipulieren. Ok, Google schreibt den Algorithmus. Ändert diesen auch immer mal wieder. Dennoch wird das Suchverhalten immer ein Stück weit von den Nutzern mitgeprägt. Alles kein wirkliches Geheimnis. Aber ob das der US-amerikanische Präsident auch weiß? Ich habe da so meine Zweifel.

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