Ein Welpe & Ich

Das 1. Lebensjahr eines Welpen ist nicht einfach. Aber setze klare Grenzen. Dann wird alles halb so wild. Klar? Entweder stammt die Aussage von Leuten, die noch nie einen Hund bzw. einen Welpen hatten. Oder von Hundehaltern, die einfach nur Glück hatten. Realität lässt sich allerdings nicht beschönigen. Bei uns ist alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen.

Der Welpe & Ich

Pünktlich zum Jahreswechsel zog ein Welpe ein. 4,5 Monate alt, zahnend und schon geprägt von der Straße. Stubenrein? Mut? Vertrauen? Fremdwörter. Manche Tage zogen sich in die Länge, wie ein ganzes Leben. Nachts schlafen? Fehlanzeige. Auf einmal liegt der Welpe mit im Bett und quietscht. Die Fellnase verwechselt das Bedürfnis sich zu erleichtern mit munterem spielen. Ich dachte mir öfters, dass schlafen überbewertet wird. Ok, auf eine sehr entspannte Zigarettenlänge raus und dann schnell wieder unter die Decke. Wenn da der Drang, alles aufzulesen nicht wäre. Es wird auf Dinge gebissen und geschluckt, die für einen Welpen alles andere optimal sind. Sturzflüge sind zur nächtlichen Stunde vorprogrammiert. Das ist sicher, wie das Amen in der Kirche. Schon beim bloßen daran denken tut mir die Schulter noch weh.

Manchmal glaube ich, in den Film Marly & Ich geraten zu sein. Manche werden sich vielleicht noch vage an den Film erinnern. An den Journalisten, der seiner Frau einen Labrador geschenkt hatte. Die Parallelen sind gespenstig ähnlich.

Erste Zwischenbilanz

Seit knapp 8 Wochen ist die Fellnase bei uns. Turbulente Wochen, in denen ich mich aus vielem sehr bemerkbar zurückgezogen habe. Mit gutem Grund. Neben der Größe haben sich auch andere Sachen – insbesondere im Verhalten – verändert.

Die Nächte sind schon deutlich ruhiger. Ich muss nicht mehr ständig aufstehen, weil die Blase sich bemerkbar macht. Auch so sind die Malheure fast vollständig verschwunden. Stattdessen ist der kleine Nachwuchs viel Mutiger geworden. Anfänglich war ja die Angst vor alles und jedem da. Männer, Autos, Wind, Regen, Pfützen – alltägliches. Er ist immer noch kein überzeugter Regenliebhaber. Aber dafür – nachdem das draußen Laufen entdeckt worden ist – wird das Buddeln auf Wiesen und Felder deutlich mehr geliebt.

In Ruhe lässt sich nur noch am Küchentisch essen, wenn überhaupt. Sonst gibt es einen haarigen Mitesser. In Erreichbarkeit darf auch sonst nichts liegen gelassen werden. Alles wird als Essbar betrachtet. Egal, ob es Obst, Gemüse oder Fleisch ist. Es werden auch Schokoriegel samt Folienpapier, Kuhdünger (auch Gülle genannt) und andere Ausscheidungen, Äste, Zweige, Steine und noch vieles mehr vernascht. Daran hat sich noch gar nichts geändert. Außer, dass meine Schlappen nun in Ruhe gelassen werden.

Am Hören müssen wir auch noch arbeiten. Denn die flegelhafte Ignoranz ist einwandfrei vorhanden. Spätestens dann, wenn ein interessanter Duft in der Luft liegt.

Wozu aufatmen?

Inzwischen ist besagter Welpe knapp 7 Monate alt. Es gibt viele schöne und ruhige Momente. Dennoch macht sich das Flegelalter bemerkbar. Jede Chance wird ausgenutzt um Grenzen auszutesten. Eben eine typisch tierische Pubertät.

Schön wäre es, wenn es meine einzigen Sorgen mit dem Familienzuwachs wäre. Doch es ist genau das passiert, wovor man sich im Vorfeld gefürchtet hatte. Unser Grieche hatte sich noch in seinem Heimatland mit einer Mittelmeerkrankheit infiziert. Zum Glück wurde das Zeckenfieber noch rechtzeitig bemerkt. Und die 3 Wochen Antibiotika lassen sich ja gut schmackhaft machen.

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